Historie

Die Bemühungen der Gemeinde Kappelrodeck auf Bewilligung der staatlichen Konzession für eine Apotheke im Ort lassen sich über die 1830er Jahre zurückverfolgen. So unternahm 1848 der seinerzeitige Bürgermeister Pirmin Demuth „eine Reise nach Karlsruhe wegen einer Apotheke in Kappelrodeck.“

1900 nahm die Gemeindeverwaltung mit Nachdruck die Bestrebungen auf Errichtung einer Apotheke wieder auf. So beschloss der Gemeinderat im März 1900 „mit allen Stimmen die Errichtung einer selbstständigen Apotheke“ und demzufolge die Einreichung eines einschlägigen Gesuches an das zuständige Großherzogliche Bezirksamt Achern. Dieses veranlasste eine Prüfung durch einen Apothekenvisitator, dessen Gutachten zustimmend ausfiel.

Infolge dessen erwarb die Gemeinde im Spätjahr 1900 von Karl Friedrich Knapp sein am westlichen Ortseingang erstelltes Haus. Schließlich verpachtet die Gemeindeverwaltung das ziemlich aufwendig hergerichtete Gebäude an den aus Breisach stammenden Apotheker Dr. Adolf Herbst, der die Neueröffnung der Apotheke am 19. Februar 1901 vornahm. Im Bericht des Großherzoglichen Bezirksamt Achern ist darüber zu lesen: „Der Jahrzehnte lang gehegte Wunsch der Gemeinde Kappelrodeck nach Erlangung einer Apotheke im Ort ist dieses Jahr in Erfüllung gegangen. Die Apotheke in Kappelrodeck wird mit den umliegenden in Betracht kommenden Ortschaften auf etwa 7000 Seelen zu rechnen haben.“

Nachdem 1913 Dr. Adolf Herbst auf die Konzession für die Apotheke verzichtet hatte, übernahm sie im selben Jahr Heinrich Fischer. 1934 konnte man dann lesen: „Am 1. August habe ich die hiesige Apotheke übernommen. Ich werde bemüht sein, die Arzneimittelversorgung schnell und gewissenhaft durchzuführen. Die Apotheke ist geöffnet von morgens 7 bis abends halb 9 Uhr. Carl Beutel, Apotheker.“

Nach der Besetzung von Kappel am 17. April 1945 wurde das Gebäude von den französischen Streitkräften beschlagnahmt. Dann ordnete der Kommissarische Leiter der Apothekenkammer in Baden an, dass „die gesamte Apotheke Kappelrodeck nach Achern überführt wird“, um „eine betriebsfähige Vollapotheke in Achern zu erstellen“. Allerdings sollte die Übergabe all der Einrichtungsgegenstände leihweise erfolgen bis zur „Wiedereinrichtung der Acherner Apotheke“ nach einem Jahr. Die Apotheke konnte aber doch weitergeführt werden, was zunächst durch Dr. Eleonore Dörle erfolgte. Im nächsten Jahr übernahm Walther Baier die Apotheke, die er als „Marien-Apotheke“ führte, bis sie 1949 Carl Beutel wieder übernahm. Dieser übergab sie nach 30-jähriger Tätigkeit an Ruth Heppes. Nach dem 1997 erfolgten Neueintrag der „Apotheke Kappelrodeck“, da sie auf Apotheker Djalal Farrokh überwechselt war, firmierte sie ab 1998 unter der Namensbezeichnung „Alte Apotheke Kappelrodeck“.

Quelle: ARZ vom 18./19.08.2001 – Adolf Hirth (Kappelrodeck)

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